Im September durfte ich Levi und seine Eltern kennenlernen.

Levi kam viel zu früh in der 30. SSW per Notsectio zur Welt. Wurde reanimiert und beatmet. Er hat gekämpft doch dann hat sich eine sehr schwere Hirnblutung entwickelt und er ist am Tag darauf, auf der Brust seiner Mama, zu den Sternen gereist. 

Als ich auf der neonatologischen Intensivstation ankam wurde ich zu den Eltern begleitet. Die Mama lag noch wegen der OP flach im Bett, der Papa hatte seinen Sohn im Arm und noch drei weitere Personen waren im Zimmer.
Ich vermute Familienangehörige die Abschied von Levi genommen haben. Ich spürte sofort eine besondere Stimmung im Raum. Es ist ja immer wieder anders und immer wieder lass ich mich so in diese Stimmung etwas reinziehen.....wie auch immer sie ist. 
Hier spürte ich, das es sich um Eltern handelt, die recht aktiv Abschied nehmen können. Levi sah so bezaubernd aus und der Papa hat mich sofort beeindruckt, weil er trotz der Umstände sehr stolz auf seinen Sohn war. Er sprach viel mit ihm, erklärte ihm, das ich gekommen war und wir nun gemeinsame Fotos machen werden. Die Mama war noch eher schwach, konnte sich nicht aufsetzten aber wir haben so gut es eben ging auch gemeinsame Fotos gemacht. Dann kam auch noch der Opa von Levi dazu. Auch er nahm seinen Enkelsohn in den Arm und Opa-Enkel Fotos entstanden. Ein sehr liebevoller Einsatz.

Vielen Dank liebe Kerstin, dass du so wundervolle Erinnerungen für die Eltern von dem entzückenden und wunderschönen kleinen Levi geschaffen hast.

Ben und seine große Schwester

Als ich damals den Kreißsaal betrat, lag die Mama mit Ben im Arm. Ganz still, ganz innig. Sie erzählte mir, was geschehen war – dass Ben in der 28. Schwangerschaftswoche geboren wurde und nicht bei ihnen bleiben konnte. Und dann begannen wir – ganz behutsam – mit dem Fotografieren. Ich durfte Ben liebevoll fotografieren, so zart, so still, aber voller Bedeutung. Diese Bilder waren von Anfang an ein Herzenswunsch der Mutter. Denn: „Sonst hat man ja gar nichts …“, sagte sie. „Es sind Beweise dafür, dass Ben wirklich da war.“

Kurze Zeit später kam die große Schwester Sophie mit dem Papa dazu. Sophie, damals viereinhalb Jahre alt, betrat leise und etwas schüchtern den Raum. Neugierig schaute sie zum Bettchen. Ich spürte, wie schwer diese Situation für alle war – aber auch, wie wichtig dieser Moment war. Das Eis brach schnell. Sophie trat näher, betrachtete Ben ganz aufmerksam, strich ihm zärtlich über die Stirn. Sie sog jedes kleine Detail in sich auf. Ich hielt diese Augenblicke in Bildern fest. Es war – so schwer es auch klingen mag – eine wirklich schöne, liebevolle Familienzeit: getragen von Nähe, Würde und einem tiefen Gefühl der Verbundenheit.

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Wir haben uns nicht gegen Ben entschieden – sondern für uns als Familie

„Wir haben uns nicht gegen Ben entschieden – sondern für uns als Familie.“ – eine Familie, die einen so schweren Weg gegangen ist. Sätze wie dieser bleiben. Sie zeigen, wie vielschichtig Trauer, Liebe und Verantwortung sein können – besonders dann, wenn das Leben eine Familie vor eine Entscheidung stellt, die eigentlich niemand treffen möchte.

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Einsatzbericht von Bo's Mama

Am 5.2. bin ich mit meinem Partner Jan gegen 21.00 Uhr ins Krankenhaus gefahren. Seit circa 17.00 Uhr hatte ich Wehen, welche ich erst nicht als solche einordnete. Die Regelmäßigkeit war irgendwann sehr auffällig und wir fuhren los. Da ich seit Monaten ständig Blutungen hatte und auch schon mehrfach im KH war, wo es dem Kleinen immer gut ging, war ich dieses Mal zum ersten Mal entspannt und dachte, es wird schon alles gut sein. Im Untersuchungszimmer wollte die Ärztin ausschließen, dass ich kein Fruchtwasser verliere. Als sie das sagte, habe ich das weitere Szenario irgendwie schon vor mir gesehen. Sie machte einen Ultraschall, das Herz des Babys schlug, aber es war kaum noch Fruchtwasser vorhanden. Mein ganzer Körper fing an zu zittern. Es wurden weitere Tests gemacht und eine weitere Ärztin kam und untersuchte mich. Ich wäre gerne optimistisch geblieben, hatte aber sofort dieses Bauchgefühl, dass es nicht gut ausgehen wird. Sie erklärte uns dann, dass, wahrscheinlich durch Bakterien, mein Blasensprung verursacht wurde, und dass es sehr wahrscheinlich ist, dass das Baby in den nächsten drei Tagen zur Welt kommt.
Ich war Ende der 21. SSW, viel zu früh also. Sie erklärte uns, dass das Baby noch nicht überlebensfähig sei. Sie ließ uns kurz alleine, ich weinte viel und dachte, ich sei im falschen Film.

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