Der Call für dieses Sternenkind kam in der Nacht zum 31.12.22, Silvester.

Das kleine Mädchen ist in der 16. Schwangerschaftswoche still geboren worden und seine Eltern wünschten sich Erinnerungen zum Anschauen und Festhalten.

Ich fuhr am Morgen also nach Lübeck, um das kleine Mädchen zu fotografieren. Die Corona Situation ließ leider keine gemeinsamen Bilder zu.

Auf mich wartete die kleine Maus liebevoll arrangiert in einer Glasschale im Wasser schwebend, alles von den Eltern sorgsam ausgesucht und vorbereitet. Hier fand ich nun auch den Namen, Kiwi! Wie zauberhaft, es passte perfekt.

Eine noch junge Hebammenschülerin begleitete mich beim Fotografieren. Kiwi wirkte fast gläsern an Händchen und Füßchen, was es mir nicht unbedingt leicht machte, war sie doch mein erstes so kleines Sternchen. Ich war fasziniert wie fertig sie doch schon war und packte sie aus, um sie auch im Ganzen festzuhalten. Berührungsängste gab es nicht - wie auch bei so einem perfekten, nur kleinen Menschlein.

Gute Reise, du zauberhafte kleine Maus, dachte ich. Hoffentlich das letzte Sternenkind für 2022.

Einige Tage nachdem ich den Eltern die Bilder zukommen ließ, erhielt ich einen ganz tollen Brief von ihnen samt der Freigabe, so dass wir euch die kleine Kiwi hier zeigen dürfen.

Ben und seine große Schwester

Als ich damals den Kreißsaal betrat, lag die Mama mit Ben im Arm. Ganz still, ganz innig. Sie erzählte mir, was geschehen war – dass Ben in der 28. Schwangerschaftswoche geboren wurde und nicht bei ihnen bleiben konnte. Und dann begannen wir – ganz behutsam – mit dem Fotografieren. Ich durfte Ben liebevoll fotografieren, so zart, so still, aber voller Bedeutung. Diese Bilder waren von Anfang an ein Herzenswunsch der Mutter. Denn: „Sonst hat man ja gar nichts …“, sagte sie. „Es sind Beweise dafür, dass Ben wirklich da war.“

Kurze Zeit später kam die große Schwester Sophie mit dem Papa dazu. Sophie, damals viereinhalb Jahre alt, betrat leise und etwas schüchtern den Raum. Neugierig schaute sie zum Bettchen. Ich spürte, wie schwer diese Situation für alle war – aber auch, wie wichtig dieser Moment war. Das Eis brach schnell. Sophie trat näher, betrachtete Ben ganz aufmerksam, strich ihm zärtlich über die Stirn. Sie sog jedes kleine Detail in sich auf. Ich hielt diese Augenblicke in Bildern fest. Es war – so schwer es auch klingen mag – eine wirklich schöne, liebevolle Familienzeit: getragen von Nähe, Würde und einem tiefen Gefühl der Verbundenheit.

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Wir haben uns nicht gegen Ben entschieden – sondern für uns als Familie

„Wir haben uns nicht gegen Ben entschieden – sondern für uns als Familie.“ – eine Familie, die einen so schweren Weg gegangen ist. Sätze wie dieser bleiben. Sie zeigen, wie vielschichtig Trauer, Liebe und Verantwortung sein können – besonders dann, wenn das Leben eine Familie vor eine Entscheidung stellt, die eigentlich niemand treffen möchte.

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Einsatzbericht von Bo's Mama

Am 5.2. bin ich mit meinem Partner Jan gegen 21.00 Uhr ins Krankenhaus gefahren. Seit circa 17.00 Uhr hatte ich Wehen, welche ich erst nicht als solche einordnete. Die Regelmäßigkeit war irgendwann sehr auffällig und wir fuhren los. Da ich seit Monaten ständig Blutungen hatte und auch schon mehrfach im KH war, wo es dem Kleinen immer gut ging, war ich dieses Mal zum ersten Mal entspannt und dachte, es wird schon alles gut sein. Im Untersuchungszimmer wollte die Ärztin ausschließen, dass ich kein Fruchtwasser verliere. Als sie das sagte, habe ich das weitere Szenario irgendwie schon vor mir gesehen. Sie machte einen Ultraschall, das Herz des Babys schlug, aber es war kaum noch Fruchtwasser vorhanden. Mein ganzer Körper fing an zu zittern. Es wurden weitere Tests gemacht und eine weitere Ärztin kam und untersuchte mich. Ich wäre gerne optimistisch geblieben, hatte aber sofort dieses Bauchgefühl, dass es nicht gut ausgehen wird. Sie erklärte uns dann, dass, wahrscheinlich durch Bakterien, mein Blasensprung verursacht wurde, und dass es sehr wahrscheinlich ist, dass das Baby in den nächsten drei Tagen zur Welt kommt.
Ich war Ende der 21. SSW, viel zu früh also. Sie erklärte uns, dass das Baby noch nicht überlebensfähig sei. Sie ließ uns kurz alleine, ich weinte viel und dachte, ich sei im falschen Film.

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